Nachdem wir dann doch irgendwann losgekommen sind ging die Reise erstmal nach Luxemburg zum Volltanken. Bei über 250 Litern Tankinhalt macht sich der eine oder andere Cent dann doch bemerkbar. Was wir hier gespart haben haben wir dann an Autobahngebühren wieder ausgegeben. Nach gemütlichen, aber endlosen Stunden Fahrerei ließen wir Frankreich hinter uns, leider aber noch nicht die Kälte. Im Gegenteil, es fing sogar gelegentlich noch an zu regnen. Im Auto war es kuschelig, aber eigentlich stand uns der Sinn nach etwas Sonne. So ließen wir auch Nordspanien relativ schnell hinter uns und begannen den gemütlichen Teil der Reise in Andalusien. Relativ ist immer relativ. Das Auto ist nicht gerade das schnellste, erst recht nicht wenn es wie ein marokkanischer Lastesel beladen ist. Hier ging es über Landstraßen und durch kleine Dörfer zu unserer ersten Station - Granada. Da wir erst nachmittags ankamen konnten wir für einen Besuch der brühmten Alhambra nur Tickets für den nächsten Tag kaufen; wegen des großen Besucherandrangs (der jetzt Ende Oktober nicht ganz so groß ist) sind für einzelne Teile des Gebäudekomplexes feste Uhrzeiten vorgegeben, in denen man sich bewegen muß. So konnten wir erst am folgenden Nachmittag mit der Besichtigung beginnen und hatten genügend Zeit, uns den Rest der Stadt vorher anzusehen.
Anschließend ging es weiter nach Sevilla, wo wir ebenfalls zwei Tage verbrachten, allerdings auch weil wir das Auto in einer Werkstatt noch mal checken lassen wollten. Irgendwie gab es manchmal merkwürdige Geräusche beim Anfahren von sich, daß ich mich um den Antrieb sorgte. Bei der Gelegenheit wurden ein paar Teile ausgetauscht (die Kreuzgelenke an der Kardanwelle, für jeden, dem das was sagt), ein Ölwechsel gemacht und wir hatten Zeit für die Stadtbesichtigung. Nach der Reparatur gab es zwar noch ein Vibrieren mehr, was es vorher nicht gab, aber wir erklärten das kurzerhand als nicht schlimm und bei den Straßen, die uns noch erwarten würden, auch nicht als merklich.
Insgesamt gefiel uns beiden Sevilla besser als Granada, einfach weil die Stadt mehr zu bieten hat als nur einen einzelnen noch so beeindruckenden Gebäudekomplex. Auch der Alcazar selbst gefiel uns in Sevilla besser.Danach ging es durch die Baumwollfelder südlich der Stadt nach Puerto Real und Cadiz, wo wir noch eine Freundin von Teresa besuchten. Bei unserer Besichtigung von Cadiz hatten wir das Glück, genau rechtzeitig zur Prozession der "Virgen de la Palma" anzukommen. Das Erdbeben von Lissabon am 1. November 1755 hatte eine Flutwelle ausgelöst, die drohte, die Stadt zu versenken. Als man die Jungfrauenstatue vor die Kirche stellte wurde die Stadt aber dann doch verschont, das Wasser gelang nur genau bis zur Kirche und nicht weiter. Daher gibt es jetzt jedes Jahr eine feierlicheProzession.
So vergingen die ersten zwei Wochen wie im Fluge. Jeden Abend gab es irgend etwas zu tun, zu richten oder sonstwie umzupacken, denn erst unterwegs stellte sich nach und nach heraus, wo was wie am besten verpackt sein wollte, so daß einfach keine Zeit blieb, das Tagebuch zu führen.
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